{"id":17,"date":"2021-04-21T21:54:03","date_gmt":"2021-04-21T19:54:03","guid":{"rendered":"https:\/\/karinahermes.de\/?p=17"},"modified":"2021-04-21T21:54:03","modified_gmt":"2021-04-21T19:54:03","slug":"ai-no-mukidashi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.karinahermes.de\/index.php\/2021\/04\/21\/ai-no-mukidashi\/","title":{"rendered":"Ai no mukidashi"},"content":{"rendered":"<p>Das ist ein Film, der immer wieder Spa\u00df macht. Obwohl mit 237 Minuten ziemlich lang, habe ich ihn schon mehrere Male gesehen.<\/p>\n<p>2008 kam<em> ai no mukidashi<\/em> unter der Regie von Sion Sono heraus. Die Hauptrollen werden von Takahiro Nishijima (Yu), Hikari Mitsushima (Yoko) und Sakura Ando (Aya) gespielt.<\/p>\n<p>Yu ist Sohn einer katholischen Familie (selten und seltsam). Nachdem die Mutter stirbt, wird sein Vater immer strenger und schlie\u00dflich Pfarrer. Er verlangt von Yu, jeden Tag zu beichten. Doch Yu ist ein guter Junge, der eigentlich nie S\u00fcnden begeht. Sein Vater glaubt ihm nicht, sodass Yu, um den Vater zu provozieren und Aufmerksamkeit zu bekommen, absichtlich S\u00fcnden begeht. Gemeinsam mit anderen Tunichtguten beginnt er, M\u00e4dchen unter die R\u00f6cke zu fotografieren.<\/p>\n<p>Die Jungs werden wahre Experten im &#8222;Upskirting&#8220;. Als Yu eines Tages eine Wette verliert, muss er in Frauenkleidern durch die Stra\u00dfen laufen. Er sieht aus wie Sasori (Sasori ist die weibliche Hauptfigur aus einem japanischen Racheepos der 70er Jahre). In dieser Aufmachung trifft er auf Yoko, die sich grade mit einer Bande Jungs anlegt, und verliebt sich sofort in sie. Er hilft ihr, die Jungs in die Flucht zu schlagen. Yoko ist schwer beeindruckt und verliebt sich in &#8218;Sasori&#8216;.<\/p>\n<p>Da Yokos Wahlmutter (eine Exfreundin ihres Vaters) und Yus Vater ein Paar werden, sto\u00dfen die beiden pl\u00f6tzlich auch im Alltag aufeinander. Yoko hegt einen begr\u00fcndeten Hass gegen alle M\u00e4nner (au\u00dfer Kurt Cobain). Auch Yu, alias Sasori, ist keine Ausnahme.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-386\" src=\"https:\/\/blog.karinahermes.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/yu-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.karinahermes.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/yu-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.karinahermes.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/yu-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.karinahermes.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/yu-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.karinahermes.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/yu.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Gleichzeitig ger\u00e4t die Patchworkfamilie ins Visier der &#8218;Zero Church&#8216;, einer Sekte, die unter anderem jegliche Art von k\u00f6rperlicher Lust hart bestraft. Getarnt als Schulfreundin schleicht sich Sektenanh\u00e4ngerin Aya in die Familie ein. Sie l\u00e4sst Yoko glauben, sie sei Sasori, und lockt alle au\u00dfer Yu ins Umerziehungslager.<\/p>\n<p>Eine Rettungsaktion von Yu und seinen Freunden scheitert dramatisch. Schlie\u00dflich schleust er sich selbst in die Sekte ein, l\u00e4uft Amok und z\u00fcndet eine Bombe. Die \u00d6ffentlichkeit ist alamiert und die Sekte wird aufgel\u00f6st. Yu wird verhaftet und aufgrund der traumatischen Erlebnisse komplett verr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Nachdem sie alles durchschaut hat, will Yoko Yu aus der psychiatrischen Anstalt befreien. Doch der wei\u00df nichts mehr von seinem alten Ich und glaubt, er sei Sasori. Erst im letzten Moment erwacht die Erinnerung an Yoko und die Vergangenheit.<\/p>\n<p>Diesen beeindruckenden Film habe ich 2012 das erste Mal gesehen. Er quillt quasi \u00fcber an Handlung und kuriosen Ideen. Viele Dinge passieren auf einmal und es ist nicht immer leicht, Schritt mit der Geschichte zu halten. Im Grunde ist es ein ziemlich verr\u00fcckter Film, der zwar absurd, aber stets unterhaltsam ist.<\/p>\n<p>Eine wichtige Rolle spielt die grundlegende Frage &#8218;Was ist eigentlich Perversion?&#8216;, &#8218;Was ist anormal und unmoralisch?&#8216;. Und was passiert, wenn das vermeintlich &#8218;Perverse&#8216; unterdr\u00fcckt und abgelehnt wird?<\/p>\n<p>Da ist zum Beispiel der katholische Priester, der es nicht schafft, das Z\u00f6libat zu halten, deshalb einen Schuldkomplex entwickelt und so zum gefundenen Fressen f\u00fcr die Sekte wird.<\/p>\n<p>Dann wird Yu mehrfach und auf verschiedene Weise daf\u00fcr bestraft, wenn er erregt ist.<\/p>\n<p>Seine Freunde, die Gefallen haben am Fotografieren von M\u00e4dchenunterhosen, d\u00fcrfen diese Perversion nicht nur ausleben, sondern werden daf\u00fcr auch noch von einer Pornofilmagentur belohnt.<\/p>\n<p>Hinzu kommen weitere Figuren, die die unterschiedlichsten &#8218;Perversionen&#8216; mit sich herumtragen und in einer Show \u00f6ffentlich beichten.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist die Botschaft des Films &#8211; neben &#8222;die Liebe siegt&#8220;-, dass nicht alles, was gemeinhin als &#8218;pervers&#8216; verschrien ist, dies auch verdient. Im Gegenteil ist es pervers, nat\u00fcrliche Triebe in einem Regelwerk zu unterdr\u00fccken. Deshalb steht die Strenge der katholischen Kirche hier auf einer Ebene mit der Gehirnw\u00e4sche durch die Sekte.<\/p>\n<p>Genauso verwerflich ist jedoch das Zulassen von perversen Bed\u00fcrfnissen, die anderen schaden. Bestes Beispiel daf\u00fcr ist Aya, die fr\u00fcher von ihrem Vater missbraucht wurde und deshalb total abgedreht ist (der Vater erh\u00e4lt eine angemessene Strafe). Auch Yoko h\u00e4tte fast eine \u00e4hnliche Erfahrung gemacht. Sie entwickelt deshalb einen Hass gegen alle M\u00e4nner. Doch schlie\u00dflich, nach langem Kampf, kann sie sich davon l\u00f6sen, ihre Liebe zu Yu zulassen und ihn befreien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist ein Film, der immer wieder Spa\u00df macht. Obwohl mit 237 Minuten ziemlich lang, habe ich ihn schon mehrere Male gesehen. 2008 kam ai no mukidashi unter der Regie von Sion Sono heraus. 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