{"id":181,"date":"2016-10-31T20:19:53","date_gmt":"2016-10-31T19:19:53","guid":{"rendered":"https:\/\/karinahermes.de\/?p=181"},"modified":"2016-10-31T20:19:53","modified_gmt":"2016-10-31T19:19:53","slug":"hasshakusama-frau-acht-shaku-gross","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.karinahermes.de\/index.php\/2016\/10\/31\/hasshakusama-frau-acht-shaku-gross\/","title":{"rendered":"Hasshakusama  (Frau Acht-Shaku-gro\u00df)"},"content":{"rendered":"<p>Heute gibt es passend zu Halloween eine japanische Gruselgeschichte. Sie tr\u00e4gt den Namen <span style=\"font-family: Lucida Sans Unicode;\"><span lang=\"ja-JP\">\u516b\u5c3a\u69d8 <\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">(Hasshakusama) und ist benannt nach einer mysteri\u00f6sen Frauengestalt, die jungen M\u00e4nnern und Kindern zum Verh\u00e4ngnis wird. Die auserw\u00e4hlten Opfer sterben nach wenigen Tagen der ersten Begegnung. Angelockt werden sie unter anderem, indem Hasshakusama die Stimme von Verwandten nachahmt. <\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es kommt vor, dass die Kreatur mehrere Jahre nicht in Erscheinung tritt, weshalb sie mitunter in Vergessenheit ger\u00e4t. Mit der Stimme eines Mannes gibt sie ein seltsames Lachen von sich, das wie \u201ePo, po, po, &#8212;\u201c klingt. Da ein Shaku (altes japanisches L\u00e4ngenma\u00df) etwa 30 Zentimeter misst, muss diese gruselige Frauengestalt etwa 240 Zentimeter gro\u00df sein.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dieses b\u00f6se Wesen kann durch Gebete und Riten an einen Ort gebunden werden.\u00a0 Es wird dann mithilfe von Buddhastatuen, die am Rande dieser Ortschaft stehen, \u201eversiegelt\u201c und so daran gehindert, umherzuwandern. Ein Ort, der sich bereit erkl\u00e4rt, diese Gefahr auf sich zu nehmen, genoss in fr\u00fcheren Zeiten durch Abkommen mit den Nachbard\u00f6rfern viele Vorteile, wie zum Beispiel Vorrechte bei der Wasserversorgung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die bekannteste Geschichte von Hasshakusama ist leicht abgewandelt auch im englischsprachigen Raum unter dem Titel Eight-Feet-Tall bekannt. Dort ist der Ich-Erz\u00e4hler aber ein US-amerikanischer Junge, der seine Ferien bei den Gro\u00dfeltern v\u00e4terlicherseits in Japan verbringt. Diese ebenfalls sehr gute Version k\u00f6nnt ihr euch beim Hoaxilla-Podcast anh\u00f6ren (<a href=\"http:\/\/www.hoaxilla.com\/hoaxilla-194-gruseliges-japan\/\">es gibt auch noch ein paar mehr Gruselgeschichten dort<\/a>). F\u00fcr tokiobanana habe ich mir die japanische Variante vorgenommen und frei nacherz\u00e4hlt. Viel Spa\u00df beim Lesen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>D<\/strong>as Elternhaus meines Vaters ist von uns zu Hause mit dem Auto etwa 2 Stunden entfernt. Es ist ein altes Bauernhaus und mir hat es dort immer schon gut gefallen. Als ich in die Oberschule kam, bin ich oft in den Ferien alleine mit dem Moped dorthin gefahren.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Meine Gro\u00dfeltern haben sich immer sehr dar\u00fcber gefreut, wenn ich sie besuchen kam. Doch es ist nun schon mehr als 10 Jahre her, dass ich das letzte mal dort gewesen bin. Es ist nicht einfach so, dass ich nicht hingegangen w\u00e4re. Ich konnte nicht. Und daf\u00fcr gibt es einen Grund.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es war gerade zu Beginn der Fr\u00fchlingsferien. Das Wetter war gut und ich machte mich auf den Weg zu meinen Gro\u00dfeltern. Es war zwar noch recht kalt, aber ich machte es mir auf der gem\u00fctlichen breiten Veranda des alten Hauses bequem und ruhte mich dort aus, als pl\u00f6tzlich ein Laut zu h\u00f6ren war.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201ePo, po, po, &#8212;\u201c<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es war nicht das Ger\u00e4usch einer Maschine, sondern es klang wie von einem Menschen. Ich war mir auch nicht sicher, ob es eher wie \u201ePo\u201c oder \u201eBo\u201c klang. Was k\u00f6nnte das sein? Da sah ich auf der hohen Hecke, die den Garten umgab, einen Hut. Aber der Hut lag nicht auf der Hecke; er bewegte sich in eine Richtung. Als er das Ende der hohen Hecke erreichte, sah ich den Tr\u00e4ger des Huts. Es war eine Frau, die in ein langes schneewei\u00dfes Kleid gekleidet war.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-183\" src=\"https:\/\/karinahermes.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/\u516b\u5c3a\u69d8-199x300.jpg\" alt=\"%e5%85%ab%e5%b0%ba%e6%a7%98\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.karinahermes.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/\u516b\u5c3a\u69d8-199x300.jpg 199w, https:\/\/blog.karinahermes.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/\u516b\u5c3a\u69d8.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Aber die Hecke war schon 2 Meter hoch. Wenn also der Kopf der Frau \u00fcber diese Hecke reichte, wie gro\u00df war sie denn dann? W\u00e4hrend ich mich noch wunderte, war die Frau mitsamt dem Hut aus meinem Blickfeld verschwunden. Auch das seltsame \u201ePo, po, po, &#8212;\u201c war nicht mehr da.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Hatte sie vielleicht hohe Plateauschuhe getragen, oder war es vielleicht ein Mann in Frauenkleidern mit high heels gewesen? Was anderes kam mir nicht in den Sinn.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Beim Tee im Wohnzimmer erz\u00e4hlte ich meinen Gro\u00dfeltern davon.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201eVorhin hab ich eine riesige Frau gesehen. Oder es war vielleicht ein Mann in Frauenkleidern.\u201c Unbek\u00fcmmert tranken sie weiter ihren Tee.\u201eSie war gr\u00f6\u00dfer als die Hecke. Sie hatte einen Hut auf und machte so komische Ger\u00e4usche. &#8218;Po, po, po&#8216; oder so\u201c. Kaum hatte ich das gesagt, erstarrten meine Gro\u00dfeltern.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201eWann war das?\u201c, \u201eWo hast du sie gesehen?\u201c, \u201eWie viel gr\u00f6\u00dfer als die Hecke war sie?\u201c, fragte mein sonst so gelassener Gro\u00dfvater mit strenger Miene.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">W\u00e4hrend er mich weiter ausfragte, ging er in den Flur hinaus zum Telefon. Da er die Schiebet\u00fcr zuschob, konnte ich nicht h\u00f6ren, wen er anrief oder was gesagt wurde. Meine Gro\u00dfmutter zitterte am ganzen K\u00f6rper. Als mein Gro\u00dfvater zur\u00fcckkam, sagte er zu mir: \u201eDu musst heute hier \u00fcbernachten. Du kannst nicht nach Hause gehen.\u201c<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Fieberhaft \u00fcberlegte ich, ob ich irgendwas furchtbar schlimmes angestellt h\u00e4tte. Aber es fiel mir nichts ein. Ich war ja auch nicht extra hingegangen, um diese Frau anzugaffen. Sie war alleine wie aus dem Nichts aufgetaucht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201eIch fahre jetzt und hole Ksan. Gro\u00dfmutter, pass auf den Jungen auf!\u201c Schon war mein Gro\u00dfvater aus der T\u00fcr.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auf meine wiederholten Fragen, was denn nun \u00fcberhaupt los sei, antwortet meine Gro\u00dfmutter z\u00f6gerlich: \u201eHasshakusama hat Gefallen an dir gefunden. Aber dein Gro\u00dfvater unternimmt was. Du musst dir keine Sorgen machen. Es wird alles gut.\u201c Es klang nicht sehr \u00fcberzeugt. Ich war verwirrt, denn ich wusste nicht, was das bedeuten sollte. Als mein Gro\u00dfvater wiederkam, hatte er eine \u00e4ltere Frau mitgebracht, die ich noch nie gesehen hatte.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201eDu steckst in gro\u00dfem Schlamassel, Junge. Hier, nimm das!\u201c befahl sie und dr\u00fcckte mir einen Papierstreifen mit Gebeten darauf in die Hand. Dann wurde ich in den ersten Stock in ein Zimmer gebracht. Dort waren alle Fenster mit Zeitungspapier verdeckt und darauf waren Papierstreifen mit Schriftzeichen und Symbolen geklebt. In allen vier Zimmerecken standen Schalen mit Salz gegen b\u00f6se Geister. Auf einem kleinen Holzkasten stand eine Buddhastatue. Au\u00dferdem waren zwei Nachtt\u00f6pfe f\u00fcr mich vorbereitet worden. Langsam bekam ich richtig Angst.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Mein Gro\u00dfvater sah mich todernst an. \u201eBald ist der Tag vorbei. Du darfst nicht vor morgen aus diesem Zimmer gehen, verstehst du? Weder ich noch Gro\u00dfmutter werden dich rufen oder mit dir sprechen. Erst wenn morgen fr\u00fch sieben Uhr vor\u00fcber ist, erst dann darfst du rauskommen. Ich sage bei euch zu Hause Bescheid.\u201c<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201eUnd lass den Gebetsstreifen, den ich dir gegeben habe, nicht von deiner Haut weichen. Wenn irgendwas passiert, dann bete zu Buddha um Hilfe\u201c, f\u00fcgte Ksan hinzu. Ich schloss die T\u00fcr.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zwar durfte ich Fernsehen schauen, aber ich konnte mich dadurch nicht ablenken. Mir war auch nicht danach, von den Snacks oder S\u00fc\u00dfigkeiten zu essen, die meine Gro\u00dfmutter mir gegeben hatte. So kroch ich ver\u00e4ngstigt unter meine Decke. Irgendwann bin ich eingeschlafen. Als ich die Augen wieder \u00f6ffnete, war der Fernseher noch immer an und ich konnte auf meiner Uhr sehen, dass es kurz nach 1 Uhr morgens war. W\u00e4re es doch nur schon morgen! Da h\u00f6rte ich ein leises klopfendes Ger\u00e4usch an der Fensterscheibe. Es war nicht so wie kleine Steinchen, die gegen Glas geworfen werden. Es war eher so, als wenn jemand sachte mit den Fingern an eine Scheibe klopft. Konnte der Wind ein solches Ger\u00e4usch machen? \u201eLass es den Wind sein, lass es den Wind sein!\u201c hoffte ich verzweifelt. Um mich zu beruhigen, trank ich den Tee und machte den Fernseher lauter. Aber nichts half.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201eHe, alles in Ordnung. Du musst keine Angst mehr haben!\u201c, rief pl\u00f6tzlich mein Gro\u00dfvater durch die Zimmert\u00fcr zu mir. Ohne nachzudenken ging ich r\u00fcber zur T\u00fcr. Ich wollte gerade aufmachen, als ich mir daran erinnerte, was man vorher zu mir gesagt hatte.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201eHe, was ist los? Komm doch raus!\u201c<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Das war nicht die Stimme meines Gro\u00dfvaters. Sie klang zwar so \u00e4hnlich, aber&#8230; Ich wei\u00df nicht, woher ich das wusste, aber im gleichen Moment standen mir am K\u00f6rper alle Haare zu Berge. Ich blickte auf das Salz in der Ecke. Es hatte begonnen, sich zu schw\u00e4rzen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Schnell warf ich mich vor der Buddhastatue auf den Boden, umklammerte den Gebetsstreifen und wisperte eindringlich \u201eBitte hilf mir! Bitte hilf mir!\u201c<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201ePo, po, po, &#8212;\u201c &#8211; da war diese Stimme wieder. Das Klopfen am Fenster wurde lauter. Ich wusste, dass sie nicht so gro\u00df sein konnte, aber ich stellte mir vor, wie sie von unten ihre Hand so weit reckte und gegen die Scheibe klopfte. Alles, was ich tun konnte, war weiter zu Buddha zu beten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Nacht kam mir endlos lang vor. Doch selbst auf diese Nacht folgte ein Morgen. Irgendwann liefen im Fernsehen die Morgennachrichten. Die Zeitanzeige in der Ecke der Sendung zeigte 7:13 Uhr. Das Klopfen am Fenster und auch die Stimme waren verklungen. War ich eingeschlafen oder war ich ohnm\u00e4chtig geworden? Ich wusste es nicht. Das Salz in der Ecke war komplett schwarz.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Meine eigene Uhr zeigte die gleiche Zeit. \u00c4ngstlich \u00f6ffnete ich die T\u00fcr. Alle hatten schon auf mich gewartet. Meine Gro\u00dfmutter weinte erleichtert und war \u00fcbergl\u00fccklich zu sehen, dass es mir gut ging. Auch mein Vater war hergekommen. Mein Gro\u00dfvater schaute von drau\u00dfen ins Haus und sagte, wir sollten schnell ins Auto steigen. Ich wusste nicht, woher das Auto kam, aber im Hof stand ein gro\u00dfer Van. Au\u00dferdem waren dort viele M\u00e4nner, die ich nicht kannte.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ich wurde in die Mitte des Vans, in dem 9 Leute Platz hatten, verfrachtet. Auf dem Beifahrersitz sa\u00df Ksan und alle M\u00e4nner stiegen mit ein. Ich war umgeben von 8 Personen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201eDas ist eine schwierige Sache. Also, du machst dir vielleicht Sorgen, aber du musst jetzt deine Augen schlie\u00dfen und dich nach unten beugen. Wir k\u00f6nnen nichts davon sehen, aber du kannst es sehen. Bis ich sage, dass es ok ist, darfst du die Augen nicht aufmachen\u201c, sagte der Mann, der rechts von mir sa\u00df.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der kleine Lastwagen meines Gro\u00dfvaters fuhr voran und hinter dem Wagen, in dem ich sa\u00df, war das Auto meines Vaters. In dieser Kolonne fuhren wir langsam los.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Nach kurzer Zeit h\u00f6rte ich Ksan fl\u00fcstern: \u201eDies hier ist die kritische Stelle.\u201c Und sie begann mit einem melodischen Gebet Buddha anzurufen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201ePo, po, po. \u2026 po, po. &#8212;\u201c<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wieder diese Stimme.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ich umklammerte den Gebetsstreifen, hatte meine Augen geschlossen und den Kopf gesenkt gehabt, so wie mir gesagt worden ist. Aber ohne es zu wollen, machte ich die Augen ein klein wenig auf und schaute Richtung Scheibe. Ich sah ihr schneewei\u00dfes Kleid. Es bewegte sich genauso schnell wie der Wagen. Folgte sie uns in gro\u00dfen Schritten? Ich konnte ihr Gesicht nicht sehen. Aber es schien, als wollte sie in den Wagen sehen und neigte sich deshalb langsam vor. Unbewusst stie\u00df ich einen leisen Schrei aus.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201eNicht hinsehen!\u201c kam von der Seite. Erschrocken presste ich die Augen zusammen, dr\u00fcckte das Papier in meinen H\u00e4nden weiter zusammen und duckte mich runter.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Sie klopfte an die Scheibe des Wagens.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201eH\u00f6?\u201c und \u201eOh!\u201c entfuhr es da auch meinen Begleitern. Zwar konnten sie sie nicht sehen, nicht ihre Stimme wahrnehmen, aber das Klopfen h\u00f6rten auch die anderen. Ksan begann, noch intensiver zu beten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Nach einer Weile schienen Stimme und Klopfen vor\u00fcber zu sein.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201eEin Gl\u00fcck. Wir sind ihr entwischt\u201c sagte Ksan und alle im Wagen atmeten erleichtert auf.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wir hielten auf einem breiten Platz und ich wurde zum Wagen meines Vater r\u00fcber gebracht. Mein Vater und mein Gro\u00dfvater verneigten sich tief voller Dankbarkeit vor den anderen, als Ksan zu mir kam und den Gebetsstreifen sehen wollte. Ich hatte ihn unbewusst in der Faust zusammengekn\u00fcllt. Er war vollst\u00e4ndig schwarz geworden. \u201eEs ist zwar nicht unbedingt n\u00f6tig, aber zur Sicherheit trag diesen neuen Gebetsstreifen noch eine Weile bei dir.\u201c Sie dr\u00fcckte mir einen neuen Zettel in die Hand. Dann fuhr ich mit meinem Vater nach Hause zur\u00fcck.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Mein Vater hatte von Hasshakusama gewusst. Als er selbst ein Kind war, ist ein Freund von ihm dieser Kreatur zum Opfer gefallen. Er wusste auch von Leuten, an denen Hasshakusama Gefallen gefunden hatte, und die deshalb weggezogen sind. Alle M\u00e4nner, die mit im Auto gesessen hatten, hatten eine verwandtschaftliche Beziehung zur Familie meines Vaters. Sie waren also sehr weit entfernte Verwandte von mir. Sie sowie mein Gro\u00dfvater im Wagen vor uns und mein Vater im Wagen hinter uns sollten dabei helfen, Hasshakusama von mir abzulenken. Um dies alles organisieren zu k\u00f6nnen, musste ich eine Nacht im Zimmer verbringen. Im schlimmsten Fall h\u00e4tten mein Gro\u00dfvater oder mein Vater als Ersatz f\u00fcr mich als Opfer dienen sollen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dies ist also der Grund daf\u00fcr, warum ich nicht mehr zum Dorf meiner Gro\u00dfeltern gegangen bin. Es sind jetzt fast 10 Jahre vor\u00fcber seit diesen Ereignissen. Nat\u00fcrlich habe ich mich inzwischen oft gefragt, ob das nicht doch alles Aberglaube ist und ich nicht ein recht \u00e4ngstlicher Teenager mit viel Fantasie gewesen bin. Mein Gro\u00dfvater ist vor 2 Jahren gestorben, aber an seiner Beerdigung durfte ich nicht teilnehmen. Auch als es ihm schon schlechter ging, hat er darauf bestanden, dass ich auf keinen Fall herkommen darf. Vor ein paar Tagen habe ich mit meiner Gro\u00dfmutter telefoniert. Sie hatte keine guten Nachrichten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201eDie Buddhastatue, in der Hasshakusama versiegelt worden ist, ist von jemandem zerst\u00f6rt worden. Das ist auch die, die bei dem Weg in die Richtung eures Hauses gestanden hat\u201c berichtete sie.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Mich beschlich pl\u00f6tzlich ein mulmiges Gef\u00fchl.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201ePo, po, po, &#8212;\u201c machte es &#8230;<\/p>\n<p>(frei nach http:\/\/matome.naver.jp\/odai\/2137388128163279401)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute gibt es passend zu Halloween eine japanische Gruselgeschichte. Sie tr\u00e4gt den Namen \u516b\u5c3a\u69d8 (Hasshakusama) und ist benannt nach einer mysteri\u00f6sen Frauengestalt, die jungen M\u00e4nnern und Kindern zum Verh\u00e4ngnis wird. Die auserw\u00e4hlten Opfer sterben nach wenigen Tagen der ersten Begegnung. Angelockt werden sie unter anderem, indem Hasshakusama die Stimme von Verwandten nachahmt. 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