{"id":354,"date":"2019-05-22T23:00:29","date_gmt":"2019-05-22T21:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.karinahermes.de\/?p=354"},"modified":"2019-05-22T23:00:29","modified_gmt":"2019-05-22T21:00:29","slug":"japan-zieht-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.karinahermes.de\/index.php\/2019\/05\/22\/japan-zieht-nach\/","title":{"rendered":"Japan zieht nach"},"content":{"rendered":"<p>Endlich tut sich ein wenig in Sachen Umweltschutz in Japan. Konkret ins Visier geraten sind die Plastikt\u00fcten, die es bisher f\u00fcr jedes noch so kleine Teil ungefragt an der Kasse mit dazugibt. Oftmals geh\u00f6rt es noch zum guten Service, die Sachen auch direkt f\u00fcr den Kunden in Plastikt\u00fcten zu verpacken. Damit wird in dieser Form nun Schluss sein; die Plastikt\u00fcten sind bald nur gegen geringen Zuschlag erh\u00e4ltlich. Auf diese Weise wird dem Wegwerfplastik auch in Japan der Kampf angesagt.<\/p>\n<p>Besagte Plastikt\u00fcten nun kostenpflichtig zu machen, ist eine konkrete Ma\u00dfnahme aus einem hastig zusammengeschusterten Plan f\u00fcr einen gelingenden Kunststoffkreislauf. Der Druck auf die japanische Regierung w\u00e4chst momentan, vor allem angesichts der Tatsache, dass die Stadt Osaka im Juni Treffpunkt der G20 sein wird. Unter den Diskussionsthemen der Staats- und Regierungschefs der bedeutendsten Industrie- und Schwellenl\u00e4nder findet sich auch der Punkt \u201eVerschmutzung der Meere durch Plastikm\u00fcll\u201c.<\/p>\n<p>Ausgerechnet bei diesem Thema hat Japan sich in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert. Erinnern wir uns an das Treffen der G7 im letzten Jahr in Kanada: Gemeinsam mit den USA weigerte sich Japan, Verpflichtungen jeglicher Art im Hinblick auf Verschmutzung der Meere durch Plastikm\u00fcll einzugehen. Alle \u00fcbrigen Teilnehmer des Gipfeltreffens unterzeichneten die sogenannte Charta zur Vermeidung von Plastikm\u00fcll in den Meeren. Auf Kritik aus dem In- und Ausland hie\u00df es damals, Japan k\u00f6nne die Auswirkungen solcher Verpflichtungen auf das Leben der B\u00fcrger und die Industrie nicht absehen.<\/p>\n<p>Scheinbar kann man dies nun doch. Oder Japan ist sich der peinlichen Lage bewusst, Gastgeber einer solchen Veranstaltung zu sein und selber (noch) nicht als vorbildliches Beispiel gelten zu k\u00f6nnen. Daher wohl diese Panik und das Prestigeobjekt Plastikt\u00fcte.<\/p>\n<p>Zusammengetrommelte Experten haben im M\u00e4rz einen Entwurf mit hochgesteckten Zielen vorgelegt, die teilweise \u00fcber die Ziele aus der Charta zur Vermeidung von Plastikm\u00fcll hinausgehen. Statt 55 % (wie in der Charta vorgesehen) soll in Japan der Anteil an genutztem Plastik, das wiederverwertet oder recycelt wird, bis zum Jahr 2030 60 % betragen. Au\u00dferdem will Japan 5 Jahre vor den Unterzeichnern der Charta 100 % des genutzten Plastiks, einschlie\u00dflich durch W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung, effektiv nutzen. Emissionen durch Wegwerfplastik sollen um 25 % gesenkt werden. Na dann gutes Gelingen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens ist die Idee, Geld f\u00fcr die Plastikt\u00fcten zu nehmen, auch in Japan nicht neu. Schon 2006 wurde ein solcher Schritt gefordert, der aber am Widerstand der kleinen Kombinis und der gro\u00dfen Warenh\u00e4user scheiterte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>https:\/\/digital.asahi.com\/articles\/DA3S13984887.html?_requesturl=articles%2FDA3S13984887.html&#038;rm=150https:\/\/de.reuters.com\/article\/g7-gipfel-plastik-idDEKBN1J70L9<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich tut sich ein wenig in Sachen Umweltschutz in Japan. Konkret ins Visier geraten sind die Plastikt\u00fcten, die es bisher f\u00fcr jedes noch so kleine Teil ungefragt an der Kasse mit dazugibt. 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